Zu langes Aufwärmen senkt die Leistung
Ein gezieltes Aufwärmtraining ist fester Bestandteil für alle sportlich aktiven Menschen, was nicht alleine zur Reduktion der Verletzungsgefahr durchgeführt wird. Eine gezieltes Stretching vor dem Wettkampf und andere Übungen zum Aufwärmen sorgen für eine bessere Durchblutung des Körpers und sorgen für eine höhere Aktiviertheit des Körpers, der so nicht aus dem sprichwörtlichen Kaltstart in einen Wettkampf hineingeht. Wie eine aktuelle Studie der Universität Calgary belegt, gibt es jedoch auch beim Aufwärmtraining Obergrenzen, die nicht überschritten werden sollten. Schneller als gedacht, kann zu viel Vorbereitung vor dem Wettkampf zu einer nachweisbaren Reduktion der Leistung führen.
Zu intensives Aufwärmen als Grund für den Leistungsabfall
Konkret untersuchten die Sportwissenschaftler der kanadischen Universität Radfahrer an aufeinanderfolgenden Trainingstagen, an denen ihnen eine unterschiedlich lange Zeitspanne für das übliche Aufwärmen zugestanden wurde. Bei einer deutlich kürzeren Aufwärmphase von nur einer Viertelstunde stiegen die Leistungswerte um mehr als sechs Prozent an, verglichen mit einem üblichen Stretching der professionellen Sportler, das schnell an eine Dreiviertelstunde heranreicht. Auch wenn das Phänomen aktuell noch nicht ausgiebig erforscht wurde, deuten die Wissenschaftler den Leistungsabfall als Zeichen dafür, dass sich selbst ein austrainierter Körper bei einem zu langen Aufwärmtraining verausgabt und so nicht mehr die optimale Leistung während des folgenden Wettkampfs erbringen kann.
Unterschiede von Sportarten und Sportlern einfließen lassen
Für die Zukunft dürfte es von wissenschaftlichem Interesse sein, ob aus den Ergebnissen auch Rückschlüsse auf andere Sportarten und Athleten vorgenommen werden können. Ein Stretching für Läufer auf Kurzstrecken, die durch schnelle und ruckartige Bewegungen auf eine optimale Durchblutung ihrer Muskulatur ab der ersten Sekunde angewiesen sind, spielt möglicherweise eine relevantere Rolle als bei Ausdauersportarten, die durch eine langsame Leistungssteigerung auf sanfte Weise in einen Wettkampf hineingeführt werden. Das optimale Aufwärmtraining wird so zu einer Frage von Sportart und Sportler, in den nächsten Jahren dürfte daher noch mit weiteren Erkenntnissen zu rechnen sein.
Wie Sie Ihr Training mit einer angemessenen Aufwärmphase einleiten
Erhalten professionelle Sportler beim Aufwärmen durch Ihren Trainer meist ein klares Feedback, ab wann die optimale Bereitschaft zum Einstieg in den Wettkampf vorliegt, sind Freizeitsportler hier eher auf allgemeine Hinweise von Sportmedizinern angewiesen. Nach den Erkenntnissen der kanadischen Wissenschaftler kann daher gerade für Laien im Sportbereich eine kürzere Aufwärmphase die richtige Wahl sein, um nicht frühzeitig einen Wettkampf aufgrund zu großer, körperlicher Erschöpfung abzubrechen. Wichtig dürfte auch für Sie das individuelle Körpergefühl spielen, dass Sie nach Stretching und Aufwärmphase besitzen und Ihnen einen guten Einstieg in Ihr Sportvergnügen ermöglichen soll.
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